Zueinander (finden) - Trovarsi

Psychische Gesundheit und ich

Das Projekt „Zueinander(finden) - Trovarsi“ ist ein Projekt, welches die Menschen aktiv in den Dialog über psychische Gesundheit einbinden möchte. Sende uns Erzählungen, Gedanken, Erfahrungen und Denkanstöße zu. Ausgewählte Beiträge werden in anonymisierter Form veröffentlicht.Um deine Gedanken zu teilen klicke hier
Die zunehmende Digitalisierung, Reizüberflutung durch Medien, Wegbrechen von Strukturen, zu viel Flexibilisierung und folglich Verlust von Sicherheiten, Verlust von Werten, eine Überhand nehmende, absolut nicht mehr händelbare Bürokratie. Diese gesellschaftspolitischen Entwicklungen bedingen u. a. psychische Erkrankung. Deshalb kann es nicht nur um die Behandlung des Einzelnen gehen, sondern es muss endlich auch auf diese unnatürliche Entwicklung Einfluss genommen werden.
Sono seduta nel corridoio del reparto di psichiatria e vedo i pazienti passare: li guardo, sorrido, saluto. Nessuno risponde. Sembra non sentano nemmeno. Continuo a salutare sorridendo. Qualcuno incomincia a capire che il saluto è veramente per loro. Ad un certo punto improvvisamente mi trovo due ragazzi seduti uno a destra e uno a sinistra della panca. Dico ciao, come mi chiamo e chiedo il loro nome. Mi rispondono e mi parlano. Sono storie strane di complotti e ingiuste persecuzioni. Emotivamente esprimono così il dolore e la rabbia per essere lì rinchiusi . Ascolto attentamente in silenzio. Dopo alcuni minuti se ne vanno e non li rivedrò più. Sento di averli trattati con il rispetto che la dignità di ogni persona richiede. C.L.
Es ist sehr schwierig, anderen begreifbar zu machen, was es heißt, psychisch erkrankt zu sein, wie es sich anfühlt, wie es sich äußert. Jeder weiß wie es ist, erkältet zu sein, wie weh ein gebrochenes Bein tut. Viele in meinem Freundeskreis haben selbst auch psychische Probleme. Bei ihnen kann ich sicher sein, dass sie mich verstehe (und nicht nur so tun). Ich würde mir wünschen, dass viel öfter über psychische Erkrankungen gesprochen wird, dass es normal wird zu sagen: „Ich gehe zum Psychologen“, ohne dass mein Gegenüber daraufhin verlegen schweigt. Danke für solche Aktionen, die das Thema in die Öffentlichkeit bringen.
Auch mir als Angehöriger fällt es oft sehr schwer, in bestimmten Situationen Verständnis zu zeigen und zu verstehen, wirklich zu verstehen - auch im Herzen nicht nur im Kopf - dass da die Krankheit aus meiner Mutter spricht und nicht sie selbst. Dennoch verletzt mich ihr Verhalten oft, da kann ich mir noch so oft sagen, dass sie es eigentlich nicht so meint. In solchen Momenten tut es mir sehr gut, mit anderen Angehörigen zu sprechen - sie können das sehr gut nachempfinden und ich weiß, dass sie mich verstehen, weil es ihnen oft ähnlich geht.
Mentale Gesundheit war und ist immer ein Tabu Thema in Südtirol. Ich hoffe, dass wir anhand solcher Aktionen verstehen, dass es nicht nur einzelene trifft sondern jeden zweiten. Es ist so wichtig darüber zu sprechen und es zu enttabuisieren, nicht nur für die Betroffenen sondern auch für unsere zukünftigen Generationen, da es immer mehr Thema sein wird...
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